Die Gemeinde
Niedersynderstedt liegt ca. 7 km in
nordöstlich von Blankenhain entfernt. Niedersynder
-stedt wurde erstmals in einem
vor 900 anzusetzenden Güterverzeichnis der
Reichsabtei Fulda als Sinthersteti genannt.
Im 5. Jahrhundert siedelte sich
wahrscheinlich der "germanische Edle Sinthari" mit Hof und Großfamilie hier an.
Die Herren von "Sinderstete" wurden im Jahre
1272 genannt und standen als Ministeriale im
Dienste der Orlamünder Grafen. Im Jahre 1414
tauchte der Name Niedern Sinderstete auf.
Sprachlich ist der Ortsname als "Siedlung
des Sinter" zu erklären. Ein ansässige
Adelsgeschlecht von Synderstedt wurde
erstmalig 1272 genannt und starb im
16.Jahrhundert aus. Es gehörte anfangs zu
den Ministerialen der Grafen von
Weimar-Orlamünde. Das Dorf stand unter der
Gerichtsbarkeit des dortigen Rittergutes,
dessen Besitzer auch weiterhin die
Grundherrschaft im Orte ausübten. Außerdem
ist das Kloster Lausnitz mit Rechten
nachweisbar.
Die Bevölkerung
trieb vor allem Landwirtschaft. Neben dem
Rittergut (1880; 97ha) waren noch groß- und
mittelbäuerlicher Besitz vorhanden. Es gab
1715 insgesamt 6 Anspänner und 13 Handfröner.
Im 19. und frühen 20.Jahrhundert war
Niedersynderstedt vor allem ein
Rittergutsdorf mit "nur wenig wohlhabenden
Bauern", und einer "größeren Anzahl kleiner
Leute", meist Arbeitern und Handarbeitern
für das Gut. Das Handwerk war nur wenig
bedeutsam. Es wurde 1858 mit 4, 1880 mit 1
und 1930 mit 3 Betrieben angegeben. Im
19.Jahrhundert befand sich auch eine
Gaststätte im Ort.
Im
Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf sehr
stark zerstört, auch vom Hochwasser blieb
der Ort oftmals nicht verschont.
Niedersynderstedt liegt im Tal der Magdel
und bei anhaltendem Regen steigt diese schon
mal über ihre Ufer. Das letzte Hochwasser
gab es 1994.
Eine Kirche
wurde erstmals im Jahre 1140, die Pfarrei
erstmals 1333 erwähnt. Der große Kanzelbau
mit seiner bäuerlichen Bemalung und
Vergoldung ist der reichste Schmuck der
sonst eher schlichten Kirche. Wahrscheinlich
stammt er aus dem Jahr 1718. Die älteste
Jahreszahl 1550 ist an diesem Gotteshaus
über einem Chorfenster angebracht. Bei
Ausgrabungen wurde östlich der Kirche ein
großes Gräberfeld aus dem sächsischen
Bruderkrieg gefunden. Desweiteren fand man
Grundmauern einer sehr alten Kirche oder
Kapelle. Ein vergoldeter Kelch aus dem
14.Jahrhundert trägt die Inschrift "Maria
hlf, iesus hlf" und ist mit Weihekreuzen
versehen. Zum Pfarrsprengel gehörten seit
der Reformation auch Obersynderstedt,
Tromlitz, Loßnitz und Söllnitz. Die Schule
erscheint erstmals 1579. Sie hatte noch 1913
nur einen Lehrer. Die Lehrerstellen wurden
bis 1931 auf 3 erhöht. 1926 lebten in
Niedersynderstedt 190 Personen .
Ein altes
Gemeindesiegel zeigt ein Haus mit Baum.